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Quelle: Wikipedia

Wikipedia wird dank SOPA abgeschaltet

Quelle: Wikipedia

Die englische Wikipedia stellt morgen den Strom ab. Für die Enzyklopädie zumindest. Stattdessen werden Hinweise zu sehen, wie man die diversen politischen Vertreter in Washington erreichen kann, um denen mal gehörig  die Meinung zu SOPA geigen zu können. Bei Twitter las ich die Tage, dass die Amerikaner jetzt ihr eigenes Zensursula-Erlebnis hätten.

Mal abgesehen davon, dass alle Schüler und Studenten ihre Hausaufgaben für Donnerstag also besser schon heute erledigt haben sollten, zeigt dieses – in Anbetracht der Reichweite – ziemlich starke Vorgehen von Jimmy Wales und seinen Mitstreitern auch, um wie viel entspannter es in der englischen Wikipedia im Vergleich zur deutschen zugeht.

Oder kann sich jemand vorstellen, dass die deutsche Wikipedia mal einen Tag nicht erreichbar wäre? Was sollten bloß all die Blockwarte tun? Wahrscheinlich würde die Übersichtsseite mit den Telefonnummern bereits von vornherein als “irrelevant” abgelehnt…

[via The Next Web]

Zitat des Tages

Und wie praktisch, dass es zufällig eine Gruppe von Menschen gibt, denen die angestrebte Sperr- und Zensur-Infrastruktur tatsächlich etwas nutzt. Im Internet nämlich ist noch nie ein Kind missbraucht, aber wohl das geltende Urheberrecht millionenfach verletzt worden. Es ist, als gäbe man jemandem, der ein Steak kleinkriegen will, einen Löffel, während im Hintergrund schon mal jemand mit einem großen Topf Suppe vorsichtig die Hand hebt.

[Rayson bei Bissige Liberale Ohne Gnade]

FDP-NRW lehnt Internetzensur ab

Vor einigen Minuten hat der Landesparteitag den – geänderten – Antrag der Jungen Liberalen und nun auch von Gisela Piltz mit großer Mehrheit angenommen. Ich möchte mal ein paar Passagen darauf zitieren:

Die FDP lehnt die Sperrung von Webseiten mittels vom Bundeskriminalamt geführter verpflichtender Sperrlisten ab, da diese Maßnahme nicht geeignet ist, um effektiv die Verbreitung von Kinderpornographie und insbesondere vorangegangenen Missbrauchs von Kindern zu verhindern. […]

Sperrungen von Websites bergen stehts die Gefahr von Eingriffen in grundrechtlich geschützte Positionen, wenn versehentlich legale Websites gesperrt werden. Die Erfahrung mit derartigen Sperrungen in anderen Ländern hat gezeigt, dass dies regelmäßig vorkommt. […]

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und darf dies auch nicht sein. Aber jede staatliche Maßnahme, die ins Internet eingreift, muss sich an rechtsstaatlichen Maßstäben messen lassen. […]

Die Erfolge der Ermittlungsbehörden in Bund und Ländern in diesem Bereich müssen fortgesetzt werden, insbesondere ist dafür Sorge zu tragen, dass bei Polizei und Staatsanwaltschaften […] ausreichende personelle und sächliche Mittel zur Verfügung stehen. Gerade die IT-Ausstattung der Strafverfolgungsbehörden muss verbessert werden. […]

Eine Kultur des Wegschauens darf es nicht geben. […]

Ich denke, dass das auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung ist – auch wenn ich ebenso befürchte, dass die Bundesregierung das “Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen” wohl durchbringen wird. Wovor wir uns dann aber fürchten könnten, zeigt Nico Lumma recht eindrucksvoll auf.