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Tag der Notrufnummer 112

Heute ist der europäische Tag der Notrufnummer 112. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Menschen diese Nummer noch nicht kennen. Erstaunt deshalb, weil wir als Kinder quasi wie selbstverständlich gelernt haben: 110 ist für die Polizei, 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst.

Ok, die meisten Leute, zu denen wir kommen, kannten eine der beiden Nummern wohl. Aber bei manchen erfährt man dann auch “Ja, ich hab die 110 angerufen, war das nicht richtig?”. Im Grunde genommen ist es egal – zwischen Feuerwehr- und Polizei-Leitstelle gibt es sowieso eine Standleitung – doch, es dürfte trotzdem etwas schneller gehen, wenn man direkt die 112 wählt. Gerade bei zeitkritischen Situationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall kommt es auf jede Minute an! Aber im Zweifelsfall lieber überhaupt anrufen, als gar nicht anrufen.

Und eine letzte Erinnerung zum Schluss: Die fünf W-Fragen nicht vergessen.

  • Was ist passiert?
  • Wo ist der Notfall?
  • Wie viele Verletzte sind zu versorgen?
  • Wer ruft an?
  • Warten auf Rückfragen.

Aber auch hier gilt: Keine Sorge, wenn ihr euch das nicht merken könnt. Die Kollegen in der Leitstelle sind meist deutlich weniger aufgeregt als ihr und werden euch schon fragen, was sie wissen wollen.

Besser nicht einschlafen

Nicht nur der Freundin kann es missfallen, wenn man zu früh einschläft. Da kann man auch noch ganz andere Probleme bekommen:

Der 48-jährige Bochumer bestellte sich am Sonntag per Telefon eine Pizza „Vier Jahreszeiten“. Als der Pizzabote eintraf, stand die Wohnungstür offen und der Mann lag reglos auf der Couch. Der Bote schüttelte den Mann, der dennoch keine Reaktion von sich gab.

Aus Sorge rief der Pizzalieferant sofort den Notruf. Es wurden Notarzt, Rettungssanitäter und wegen der dubiösen Umstände auch zwei Streifenwagen entsandt.

Bei Eintreffen der massiven Rettungskräfte wachte der Mann dann plötzlich verschreckt auf. Er sei nur „kurz eingenickt“ und freute sich auf seine Pizza, die er bezahlte und anschließend bei bester Gesundheit genoss.

Ruhrnachrichten: “48-Jähriger bestellte Pizza und bekam Rettungskräfte”

Patienten-Leistung des Tages

Wir werden zu einem Notfalleinsatz mit Notarzt gerufen, morgens, kurz nach 7 Uhr. Der Patient klagt über Herzrasen und Schweißausbrüche, außerdem Kribbeln im linken Arm. Die Standard-Überwachung mit EKG, Pulsoxymetrie und Blutdruck haben auch keine zusätzlichen Informationen ergeben, weshalb der Notarzt vor Ort nur einen Zugang legen wollte, um das Herz zu beruhigen. Für die weitere Untersuchungen sollte es dann ins Krankenhaus gehen.

Die obligatorischen Nachfragen nach Medikamenten- und/ oder Drogeneinnahme verneinte der Patient. Erst als der die Nadel sah, kam plötzlich ein “Äh, Jungs, ich muss euch übrigens sagen, dass ich heute Nacht Speed genommen habe.” Ach, jetzt also doch. Das war dann sogar noch nicht alles, denn gekifft hat er auch noch.

Das beste daran war die Begründung: Nach der Einnahme des Speeds war er zu aufgekratzt zum Schlafen und wollte sich mit dem Joint wieder runterrauchen. Hat wohl nichts gebracht, außer einem Notarzt-Einsatz mit anschließendem Krankenhausaufenthalt, der mehrere hundert Euro verschlungen hat.

Ausgemustert

Seit drei Monaten bin ich Zivildienstleistender. Gewesen. Nach über 100 Tagen ist dem Bundesamt für Zivildienst aufgefallen, dass sie mich doch nicht haben wollen. Wegen einer Sache, die nicht der Rede wert ist.

Das beste aber ist, dass ich in den gesamten drei Monaten nicht einmal in der eigentlich angedachten Aufgabe gearbeitet habe. Ich habe meinen Zivi ja in Rettungsdienst machen wollen, war dann aber erst mal zum Lehrgang für den Rettungshelfer in Münster, den ich nach einer Woche wegen einer Mandelentzündung abbrechen musste. Die drei Wochen bis zum nächsten Lehrgang war ich dann im Hausnotruf, aber da bin ich – mangels abgeschlossener Ausbildung – auch nur so mitgefahren.

Anschließend habe ich die restlichen drei Wochen des Lehrgangs in Münster abgeschlossen, um danach mein Rettungswagen-Praktikum zu machen.

Und während dieser Zeit bekam ich plötzlich einen Anruf meines Chefs, dass ich bis auf weiteres krankgeschrieben wäre, da der Arzt bei der Einstellungsuntersuchung einen unnormalen Herzton festgestellt hätte.

Nun denn. Zwischenzeitlich war ich auch beim Kardiologen, der aber nichts gravierendes feststellen konnte und mich mit großen Augen angeguckt hat, als ich ihm erzählte dass ich deswegen krankgeschrieben wäre.

Letztendlich nach weiteren drei Wochen quasi bezahlten Urlaubs ist man beim Bundesamt in Köln zu dem Entschluss gekommen, dass ich ein Auszumusterndes bin. Hat mich jetzt nicht mehr groß überrascht nach dem ganzen Theater, hätte dem Bund aber auch mal früher einfallen können, schließlich war ich auch vorher schon zwei Mal bei der Musterungsuntersuchung.

Praktischerweise läuft das Wintersemester jetzt schon und da ich sowieso endlich mal gucken wollte wie es so im Rettungsdienst wirklich ist, habe ich mich direkt für ein Freiwilliges Soziales Jahr verpflichtet. Dort ist der Träger nicht auf die Musterungsuntersuchung bzw. deren Ergebnis verpflichtet und so braucht mein Chef keinen neuen Mitarbeiter auszubilden und ich bekomme weiterhin Gehalt und kann die Zeit bis zum Studium sinnvoll überbrücken.

So arbeite ich seit gestern nach dreieinhalb Monaten erstmals im Krankentransport. Und bisher macht es mir sogar auch Spaß. Glück gehabt. ;)

6 oder 9 Monate Zivildienst?

Heute bekam ich Post vom Bundesamt für Zivildienst. Die Damen und Herren teilten mir mit, dass meine Dienstzeit neu festgesetzt worden wäre und nun statt am 30.04.2011 am 31.01.2011 endet. Anscheinend ist die Wehrdienstverkürzung auf sechs Monate inzwischen doch beschlossene Sache – lange Zeit wusste keiner so genau, was jetzt Sache war.

Dennoch werde ich meine Dienstzeit wieder auf neun Monate verlängern. Zum einen kann ich es gegenüber meinem Arbeitgeber, der JUH, nur schlecht vertreten, nachdem ich vorher (mündlich) zugesagt habe, neun Monate Dienst abzuleisten und sie knapp 2000 Euro für die Ausbildung zum Rettungshelfer in mich investiert haben, nach sechs Monaten (bzw. vier Monate im eigentlichen Dienst) “Auf Wiedersehen” zu sagen.

Zum anderen möchte ich eventuell danach auch noch eine Weile weiterfahren. Da macht es keinen Sinn, den Zivildienst schon früher abzubrechen.

Und außerdem sinken mit dem kürzeren Dienst auch gleichzeitig die Bezüge. Da bleibe ich lieber noch etwas länger und beziehe den vollen Sold (und vor allem höheres Weihnachts- und Entlassungsgeld). ;)