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Minority Report comes Real Life?

Die Zeit berichtet heute über ein neues Ermittlungsverfahren in Los Angeles, bei dem die Polizei wie bei Minority Report Straftaten quasi vorhersehen kann. Sie macht sich dabei das Verfahren zum Berechnen von Erdbeben zu Eigen, füttert die Datenbank allerdings mit Statistiken über Verbrechen und Verbrecher statt mit geologischen Daten.

Einem Technologiefreak wie mir leuchten bei solchen Meldungen ja zuerstmal die Augen: “Wow, das ist möglich?” steht in ihnen geschrieben. Man muss aber keine fünf Sekunden darüber nachdenken um festzustellen, dass es gleichzeitig extrem gruselig ist. Was passiert, wenn ich ausversehen zur falschen Zeit am falschen Ort bin – überfällt mich dann plötzlich das SEK weil sie mich nach ihrer Datenbank für einen schwerbewaffneten Drogendealer halten?

Mit Sicherheit konzentrieren Polizisten auch bisher ihre Ermittlungen schon auf Orte und Personen, die sie aus ihren Erfahrungen oder ihrem Bauchgefühl für verdächtig halten. Aber die Gefahr eines maschinellen Rasters ist eben, dass nicht nur unschuldige Menschen mitreingeraten, sondern auch potentielle Straftäter rausfallen können – siehe Anders Breivik. Trotz der hach so tollen Vorratsdatenspeicherung war er im Vorfeld seiner grauenhaften Tat nicht auffällig geworden.

Ich hoffe, dass der Vorschlag zur Präventiv-Ermittlung nicht nach Deutschland kommt und wenn doch genügend vernünftige Leute sich dagegen aussprechen. Bei der Vorratsdatenspeicherung hat es ja auch geklappt (bislang).

Castor-Zeugs

In den letzten Tagen ist man um ein Thema ja kaum herum gekommen: Den Castor-Transport von La Hague nach Gorleben. Ich frage mich ja, ob den ganzen Gegnern und Demonstranten auch mal bewusst wird, dass so ein Transport auch nicht unbedingt sicherer wird, wenn er bedingt durch irgendwelche Sabotage-Aktionen stundenlang auf freier Strecke stehen muss?

Da ansonsten schon so viel zum Thema gesagt wurde, nur ein paar Fundstücke, die mir besonders aufgefallen sind:

Das schon legendäre Interview von Tobias Schlegl mit Cem Özdemir. “Sie sollten auch mal probieren, schmeckt echt gut.”

Es wird Zeit, die Grünen zu fragen, warum ihr Umweltminister Trittin nicht nach einem alternativen Endlager gesucht hat, als Rot-Grün regierte. Meine Vermutung ist: weil die Endlager-Frage ungeklärt bleiben soll, weil sie ungeklärt bleiben muss, wenn die Grünen Wahlen gewinnen wollen. (Rot steht uns gut)

Meinen großen Respekt vor all den Polizisten, die sich angesichts ständiger Beschimpfungen und Pfeifkonzerten nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wer ist jetzt eigentlich der Feind der Demonstranten? Der Castor oder die Polizei? (via Kalliey)

http://www.youtube.com/watch?v=kp-yux21Tg4