Seit drei Monaten bin ich Zivildienstleistender. Gewesen. Nach über 100 Tagen ist dem Bundesamt für Zivildienst aufgefallen, dass sie mich doch nicht haben wollen. Wegen einer Sache, die nicht der Rede wert ist.
Das beste aber ist, dass ich in den gesamten drei Monaten nicht einmal in der eigentlich angedachten Aufgabe gearbeitet habe. Ich habe meinen Zivi ja in Rettungsdienst machen wollen, war dann aber erst mal zum Lehrgang für den Rettungshelfer in Münster, den ich nach einer Woche wegen einer Mandelentzündung abbrechen musste. Die drei Wochen bis zum nächsten Lehrgang war ich dann im Hausnotruf, aber da bin ich – mangels abgeschlossener Ausbildung – auch nur so mitgefahren.
Anschließend habe ich die restlichen drei Wochen des Lehrgangs in Münster abgeschlossen, um danach mein Rettungswagen-Praktikum zu machen.
Und während dieser Zeit bekam ich plötzlich einen Anruf meines Chefs, dass ich bis auf weiteres krankgeschrieben wäre, da der Arzt bei der Einstellungsuntersuchung einen unnormalen Herzton festgestellt hätte.
Nun denn. Zwischenzeitlich war ich auch beim Kardiologen, der aber nichts gravierendes feststellen konnte und mich mit großen Augen angeguckt hat, als ich ihm erzählte dass ich deswegen krankgeschrieben wäre.
Letztendlich nach weiteren drei Wochen quasi bezahlten Urlaubs ist man beim Bundesamt in Köln zu dem Entschluss gekommen, dass ich ein Auszumusterndes bin. Hat mich jetzt nicht mehr groß überrascht nach dem ganzen Theater, hätte dem Bund aber auch mal früher einfallen können, schließlich war ich auch vorher schon zwei Mal bei der Musterungsuntersuchung.
Praktischerweise läuft das Wintersemester jetzt schon und da ich sowieso endlich mal gucken wollte wie es so im Rettungsdienst wirklich ist, habe ich mich direkt für ein Freiwilliges Soziales Jahr verpflichtet. Dort ist der Träger nicht auf die Musterungsuntersuchung bzw. deren Ergebnis verpflichtet und so braucht mein Chef keinen neuen Mitarbeiter auszubilden und ich bekomme weiterhin Gehalt und kann die Zeit bis zum Studium sinnvoll überbrücken.
So arbeite ich seit gestern nach dreieinhalb Monaten erstmals im Krankentransport. Und bisher macht es mir sogar auch Spaß. Glück gehabt.