Schlagwort-Archiv: Irrsinn

Gold oder nichts – was für ein Quatsch!

44 Medaillen. Das ist die aktuelle deutsche Bilanz im Medaillenspiegel der Olympischen Spiele. Mit 11 Goldmedaillen macht das Platz 6 in der Nationenwertung. Eigentlich kein schlechtes Ergebnis, mit den Übermächten aus USA und China kann man sich als “normales” Land sicher eh nicht vergleichen.

Ok, mit Großbritannien auf Platz drei sollte sich auch Deutschland vergleichen können, aber dort nimmt die Sportförderung im Staat einen ganz anderen Stellenwert ein.

Natürlich gibt es auch bei uns eine Sportförderung. 130 Millionen Euro sollen jedes Jahr an den DOSB fließen, der es an die Sportverbände weiterverteilt. Berechnet wird das durch die Medaillenvorgaben, die jetzt gerade in aller Munde sind. Vorgaben – klingt schon irgendwie nach Planwirtschaft, oder?

Gold

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Ein bisschen Baldrian für die Börse

Mal wieder einen Artikel aus der Reihe “Irrsinn”. Heute geht es mal um die Börse. Ich bin ja wirklich niemand, der die Börse an sich verteufelt. Aber nen kleinen Hau haben die Börsianer ja schon weg.

Da veröffentlicht Apple seine Quartalszahlen mit einem Gewinnplus von 54 Prozent (sic!). Und der Kurs bricht ein, da “man sich mehr erwartet hätte”.

Genauso bei den Verkaufszahlen des iPhones. Im letzten Quartal wurden “nur” noch 17 Millionen Stück verkauft, statt den 20 Millionen des Vorquartals. Oh mein Gott, das iPhone wird jetzt wahrscheinlich komplett eingestellt. Abgesehen davon, dass jeder, der in den letzten Wochen nur mal kurz ins Internet, Fernsehen oder eine Zeitung geschaut hat, in der das iPhone 5 total hochgehyped wurde und viele wahrscheinlich darauf gewartet haben. Und es ist ja auch nicht so, dass allein am letzten Wochenende vier Millionen iPhone 4S verkauft wurden.

Mann mann mann. Kauft euch mal Baldrian, Jungs.

Krasser Preiskampf bei BMW

Es sieht schon witzig aus, wenn die Autobild schreibt:

“Der i3 wird günstiger als ein 5er-BMW”, sagte BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer.

Ungeachtet dem wahnsinnigen technischen Fortschritt, den die deutschen Autobauer nur 10 Jahre nach der japanischen Konkurrenz erreicht haben, aber mal ganz ehrlich: Geht’s noch? Bei einem Kleinwagen, dass mehr als einen Meter kürzer ist, nur vier statt fünf Personen Platz bietet, gerade mal 200 Liter Platz für den Kofferraum hat, maximal 150 km/h schnell ist und höchstens 170 km weit fahren kann soll es ernsthaft eine Leistung sein, günstiger als eine Limousine der oberen Mittelklasse zu sein?

Na gut, wenn ihr meint.

Post stellt auch am 1. Weihnachtstag zu

Dank des erneuten Wintereinbruchs konnte die Post heute in NRW kaum Briefe und Pakete zustellen – obwohl die Zusage gemacht wurde, alles was bis Mittwoch Mittag abgegeben wurde soll auch bis Heiligabend ausgeliefert werden. Das hat nun nicht geklappt, die Straßenlage war einfach zu schlecht.

Nun habe ich vorhin im Radio gehört, dass die Post erstmals auch am ersten Weihnachts-Feiertag Zusteller losschicken will um auch die letzten Briefe und Pakete zustellen zu können.

Service am Kunden ist ja toll – aber irgendwo sollte man auch mal auf seine Mitarbeiter Rücksicht nehmen. Ich hätte kein Problem, auch noch bis Montag zu warten (gut, es fehlt ja auch nur noch das Geschenk für meine Freundin ^^ ).

Wir für uns haben jedenfalls beschlossen, sollte morgen ein Postbote auch bei uns aufschlagen, wird er ein kleines Tütchen mit Plätzchen als kleine Entschädigung für den zusätzlichen Arbeitstag bekommen.

Das wäre wirklich nicht nötig gewesen, liebe Post.

JMStV – die blanke Panikmache

Bisher hatte mich das ganze Thema eher leidlich interessiert, tauchte zwar immer wieder mal im Feedreader auf, aber in den meisten Fällen übersprang ich das ganze einfach. Bis gestern, als ich bereits mein gesamtes anderes Lesematerial verbraucht hatte, las ich doch mal den Artikel bei aptgetupdate: “aptgetupdateDE dank neuem JMStV bald nur noch ab 18?

Uups, sollte das Thema doch ernster sein, als ich dachte? Mich gar selbst betreffen? Auf einmal ging mir dann doch die Düse. Da gibt es Blogs, die schließen oder zumindest ins Ausland gehen, um der wohl gesteigerten Gefahr eines Bußgeldes zu entgehen. Sollte ich vielleicht auch lieber meinen Blog schließen oder einfach pauschal eine Ab-18-Kennzeichnung vornehmen? Und wie sieht es mit anderen Seiten aus, die ich betreue?

Zum Glück brachte gegen Abend ein Artikel von Udo Vetter Entwarnung: “Blogger können leidlich gelassen bleiben.” Am besten selbst lesen, dann kann alles richtig verstanden werden. Aber der wichtigste Punkt ist:

Wer keine Inhalte anbietet, die für unter 16-Jährige durchgehend schädlich sind, muss weder eine Alterskennzeichnung einführen noch Sendezeiten beachten. Entgegen mancher Behauptung wird es also keine Bußgelder bloß deswegen geben, weil auf einem Blog keine Alterskennzeichnung vorhanden ist. Wer für sich also zu der Überzeugung kommt, dass er keine Inhalte anbietet, die erst ab 16 Jahren zugänglich sein dürfen, hat keinen Handlungsbedarf. Schon das dürfte die weitaus meisten Blogger aus der Schusslinie des JMStV bringen.

Also ist doch alles mehr Panikmache als begründete Angst. Und auch diesmal wird sich die Welt weiter drehen – wenn auch etwas schwerer durch den zusätzlichen Bürokratie-Mist.

Ausgemustert

Seit drei Monaten bin ich Zivildienstleistender. Gewesen. Nach über 100 Tagen ist dem Bundesamt für Zivildienst aufgefallen, dass sie mich doch nicht haben wollen. Wegen einer Sache, die nicht der Rede wert ist.

Das beste aber ist, dass ich in den gesamten drei Monaten nicht einmal in der eigentlich angedachten Aufgabe gearbeitet habe. Ich habe meinen Zivi ja in Rettungsdienst machen wollen, war dann aber erst mal zum Lehrgang für den Rettungshelfer in Münster, den ich nach einer Woche wegen einer Mandelentzündung abbrechen musste. Die drei Wochen bis zum nächsten Lehrgang war ich dann im Hausnotruf, aber da bin ich – mangels abgeschlossener Ausbildung – auch nur so mitgefahren.

Anschließend habe ich die restlichen drei Wochen des Lehrgangs in Münster abgeschlossen, um danach mein Rettungswagen-Praktikum zu machen.

Und während dieser Zeit bekam ich plötzlich einen Anruf meines Chefs, dass ich bis auf weiteres krankgeschrieben wäre, da der Arzt bei der Einstellungsuntersuchung einen unnormalen Herzton festgestellt hätte.

Nun denn. Zwischenzeitlich war ich auch beim Kardiologen, der aber nichts gravierendes feststellen konnte und mich mit großen Augen angeguckt hat, als ich ihm erzählte dass ich deswegen krankgeschrieben wäre.

Letztendlich nach weiteren drei Wochen quasi bezahlten Urlaubs ist man beim Bundesamt in Köln zu dem Entschluss gekommen, dass ich ein Auszumusterndes bin. Hat mich jetzt nicht mehr groß überrascht nach dem ganzen Theater, hätte dem Bund aber auch mal früher einfallen können, schließlich war ich auch vorher schon zwei Mal bei der Musterungsuntersuchung.

Praktischerweise läuft das Wintersemester jetzt schon und da ich sowieso endlich mal gucken wollte wie es so im Rettungsdienst wirklich ist, habe ich mich direkt für ein Freiwilliges Soziales Jahr verpflichtet. Dort ist der Träger nicht auf die Musterungsuntersuchung bzw. deren Ergebnis verpflichtet und so braucht mein Chef keinen neuen Mitarbeiter auszubilden und ich bekomme weiterhin Gehalt und kann die Zeit bis zum Studium sinnvoll überbrücken.

So arbeite ich seit gestern nach dreieinhalb Monaten erstmals im Krankentransport. Und bisher macht es mir sogar auch Spaß. Glück gehabt. ;)