Schlagwort-Archiv: Internet

stop acta

Was ist ACTA?

Über ACTA liest und hört man in Deutschland ja noch nicht sehr viel. Das sollte sich wohl dringend ändern, wenn man diesem Video Glauben schenken darf. Sicherlich ist es ein bisschen überzeichnet – aber genauso sicherlich ist es nicht gut für das Internet wie wir es heute kennen.

Update: Markus hat in den Kommentaren auch noch den Wortlaut des ACTA-Textes verlinkt. Danke!

via Was ist ACTA? | powerbook_blog.

Scholabo: Social Network für Schulen

Die Kommunikation und Verbreitung von Informationen in Deutschlands Schulen sieht bisher so aus: Der Lehrer verteilt im Unterricht Kopien und die nehmen die Schüler mit nach Hause. Wenn sie dann damit Probleme haben, sind sie auf sich gestellt, der Lehrer ist (meistens) bis zum nächsten Morgen für sie nicht mehr erreichbar.

Das Internet wäre aber nicht das Internet, wenn es hierfür nicht auch eine Lösung gäbe. Die gibt es nämlich – und zwar mit Scholabo. Scholabo ist ein privates Social Network für Schulen, zu dem Lehrer, Schüler aber auch Eltern Zugriff haben. Bisher leider nur in UK.

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New hot shit: ifttt – zwei Einladungen übrig

ifttt – der neueste heiße Scheiß aus dem Internet. Steht für if this, then that und führt Regeln aus. Zum Beispiel lässt ifttt neue RSS-Beiträge per E-Mail an mich senden oder bei twittert automatisch, wenn ich bei Google Reader etwas share. Wenn man eine US-Telefonnummer hat, könnte man es sogar als Weckruf verwenden. Das sind nur wenige Beispiele dafür, was alles möglich wäre, ich muss mich da selbst erstmal richtig durchwühlen.

Im Moment ist ifttt noch closed beta, aber ich habe noch 2 Einladungen für euch übrig. Bei Bedarf einfach in den Kommentaren melden. (Update: Leider schon alle Einladungen weg.)

PolitCamp 2009

PolitCamp LogoSchon vor einiger Zeit, ich glaube beim BarCamp Cologne 2 im Sommer 2007, kam die Idee auf, ein BarCamp mit dem Themenfokus Politik zu veranstalten. Leider ist seither nicht mehr viel passiert; erst vor ein paar Wochen startete Valentin Tomaschek einen neuen Versuch und organisiert jetzt das PolitCamp 09, das am 02. und 03. Mai 2009 in Berlin stattfindet.

Das Politcamp 09 soll ein gegenseitiger, überparteilicher und konstruktiver Austausch zwischen Theorie und Praxis sein. Internetexperten, Wissenschaftler, Politiker und ganz normale Internetnutzer sollen sich dort treffen und diskutieren.

Damit dürfte grob auch schon beschrieben sein, um was es beim Politcamp gehen wird, nämlich, ähnlich wie beim Seminar der Friedrich-Naumann-Stiftung am vergangenen Wochenende, um politische Kommunikation im Internet. Allerdings wird dies hier nicht nur aus Sicht der Politik behandelt, sondern verstärkt auch aus Sicht der Internetnutzer selbst.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Überparteilichkeit. Leider hab ich in der Teilnehmerliste bisher kaum jemanden aus der liberalen Blogosphäre finden könne. Ich fände es toll, wenn nicht nur Sozial- und Christdemokraten sowie Grüne zum PolitCamp kommen würden, sondern auch freie Demokraten.

Derzeit sind bereits 215 Teilnehmer registriert, je nach Location (die derzeit noch gesucht wird) können es maximal 600 werden. Es werden auch ein kleiner Unkostenbeitrag in Höhe von 20 Euro verlangt, allerdings hauptsächlich um die NoShow-Rate (also das unabgemeldete Nichterscheinen) möglichst gering zu halten und besser planen zu können.

Das PolitCamp wird natürlich auch ganz im Sinne der BarCamp-Philosophie als “Unkonferenz” veranstaltet, das heißt jeder, der möchte, darf eine Session halten, und die Reihenfolge der Sessions erst am Veranstaltungstag selbst festgelegt wird. (Wer sich noch mehr für das Prinzip eines BarCamps interessiert, kann dies zum Beispiel auf der Konzept-Seite des BarCampRuhr tun.)

Also liebe Blogleser: Schnappt euch noch eins der verbleibenden Tickets und lasst uns die liberale Flagge beim PolitCamp hochhalten! ;)

Was ist ein “Blog”?

Liebe FDP-Bundespartei,

ich finde es ja wirklich ganz toll, dass ihr euch zeitgemäß auch im Internet präsentiert. Mit Blog, Twitter, YouTube, Flickr und so weiter. Und nicht zuletzt mit der neuen Mitmach-Arena. Auch, dass ihr über euren Twitter-Account nur Links raushaut, geschenkt. Aber so langsam sollte euch vielleicht mal jemand erklären, was ein “Blog” ist.

Wie ich darauf komme? Zuerst ging es gestern los, als ich mir die Mitmach-Arena angesehen habe. Ganz unten steht groß “Blog House – mitbloggen”. Sofort klingelten bei mir alle Alarmglocken, wir sind doch nicht etwa  so fortschrittlich und bieten unseren Mitgliedern und Unterstützern eine eigene Blogplattform an? Aber noch bevor ich diesen Gedanken fertig gedacht hatte, war ich auch schon wieder zurück auf dem Boden der Tatsachen: Einzig eine Liste prominenter liberaler Blogger verbirgt sich hinter dem Link. Schade. (Inzwischen wurde dieser Link übrigens zu “Blog-Übersicht” geändert.)

Den eigentlich Anstoß zu diesem Beitrag gab aber dann ein weiterer dieser Link-Tweets der Fraktion-Twitterer:

fdp-twitter-blogs

Oha, Florian Toncar macht einen eigenen Themenblog zur Menschenrechtspolitik? I wo! Es ist nämlich nur ein Beitrag auf dem Bundestagsfraktions-Blog.

Also, liebe Bundestagsfraktion, hier noch mal eine kurze Erklärung, speziell für euch: Ein Blog ist eine Internetseite, auf der man regelmäßig neuen Inhalt veröffentlichen kann. Und diesen Inhalt nennt man dann Post, Beitrag, Artikel oder wie auch immer. Aber nicht Blog.

Liebe Grüße, Matthias Lehming

Sachkompetenz immer noch wichtiger als ein Twitter-Account

Die US-Wahl, insbesondere Barack Obama, hat neue Maßstäbe im Bereich des Internetwahlkampfes gesetzt. Viele Blogger hoffen nun, dass es im Superwahljahr 2009 auch in Deutschland diverse Wahlkämpfe 2.0 geben wird. Meine Wenigkeit zählt ebenfalls dazu und daher versuche ich meinen Teil dazu beizutragen, in dem ich mich bei den JuLis und der FDP engagiere und versuche, zum einen die jeweiligen Untergliederungen überhaupt “ins Netz zu bringen” und zum anderen auch den Fokus ein bisschen auf Social Media zu lenken.

Doch was war das besondere an Obamas Kampagne? Robert Basic meint, Obama habe einfach nur alle Kanäle gespamt, um an Spenden zu kommen. Ganz von der Hand zu weisen ist das nicht, vergleicht man  mal dessen Seiten in den verschiedenen Social Networks, wo überall beispielsweise nach der Wahl der gleiche Artikel „How this happened” erschienen ist. Doch seit dem 5. November ist nichts mehr passiert, auch der Twitter-Account liegt seitdem brach.

Man könnte also sagen, dass Obama bzw. sein Team die Social Networks einfach als Wahlkampftool missbraucht hat. Dennoch kommt hier in Deutschland hauptsächlich diese Nutzung des Internets für den Wahlkampf an und wird nach und nach von unseren Politikern übernommen, die Qualität der Umsetzung vorerst mal außen vor gelassen. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn Barack Obama hat die ganzen Netzwerke und Tools tatsächlich größtenteils als einseitigen Kommunikationskanal genutzt – aber er hat mit my.BarackObama.com seine eigene Internetplattform aufbauen lassen, damit sich seine Unterstützer und den “Graswurzel-Wahlkampf” organisieren und durchführen konnten.

Trotzdem ist die derzeitige Internet-Darstellung der deutschen Politiker und Parteien noch ziemlich mangelhaft und das leider durch die Bank, auch bei der FDP. Zwar werden regelmäßig Videos auf YouTube veröffentlich, alle paar Tage schreibt mal ein Abgeordneter etwas im Fraktionsblog, doch den Twitter-Account kann man getrost vergessen. Das alleinige Posten von Pressemitteilungen ohne jegliche Kommunikation mit den Followern macht eben noch kein Microblogging aus.

Ein aktuell recht gutes Beispiel gibt Thorsten Schäfer-Gümbel ab, der zwar erst vor zwei Tagen begonnen hat zu Twittern, doch scheinbar alles richtig macht: Er schreibt selbst (?), antwortet seinen Followern und lässt sich darüber hinaus auf Experimente wie das Twitter-Interview mit Robert Basic ein. Natürlich ist das ein netter Pluspunkt gegenüber Roland Koch, doch ich muss zugeben, dass mir persönlich ein nicht-twitternder kompetenter Ministerpräsident Koch lieber ist, als TSG.

Kurz gesagt: Letztendlich ist die politische Kompetenz wichtiger als ständiges Twittern. Doch es wäre schön, wenn noch viel mehr Politiker sich besser oder überhaupt im Internet präsentieren. Und ich denke, es ist gerade die Aufgabe von uns als jungem Parteinachwuchs den Politikern in unserer Umgebung das alles näher zu bringen.

PS: Interessant ist übrigens auch die gerade erschienene 3. Auflage der Studie “Politik im Web 2.0” von Markus Beckedahl auf Netzpolitik.