Schlagwort-Archiv: Atomdebatte

Castor-Zeugs

In den letzten Tagen ist man um ein Thema ja kaum herum gekommen: Den Castor-Transport von La Hague nach Gorleben. Ich frage mich ja, ob den ganzen Gegnern und Demonstranten auch mal bewusst wird, dass so ein Transport auch nicht unbedingt sicherer wird, wenn er bedingt durch irgendwelche Sabotage-Aktionen stundenlang auf freier Strecke stehen muss?

Da ansonsten schon so viel zum Thema gesagt wurde, nur ein paar Fundstücke, die mir besonders aufgefallen sind:

Das schon legendäre Interview von Tobias Schlegl mit Cem Özdemir. “Sie sollten auch mal probieren, schmeckt echt gut.”

Es wird Zeit, die Grünen zu fragen, warum ihr Umweltminister Trittin nicht nach einem alternativen Endlager gesucht hat, als Rot-Grün regierte. Meine Vermutung ist: weil die Endlager-Frage ungeklärt bleiben soll, weil sie ungeklärt bleiben muss, wenn die Grünen Wahlen gewinnen wollen. (Rot steht uns gut)

Meinen großen Respekt vor all den Polizisten, die sich angesichts ständiger Beschimpfungen und Pfeifkonzerten nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wer ist jetzt eigentlich der Feind der Demonstranten? Der Castor oder die Polizei? (via Kalliey)

http://www.youtube.com/watch?v=kp-yux21Tg4

Die ideologie-versaute Atomdebatte

Die Bundesregierung hat ja bei mehreren Instituten Dossiers in Auftrag gegeben, wie unsere Energieversorgung in der Zukunft aussehen könnte. Viel ist aus diesen Papieren noch nicht an die Öffentlichkeit gelangt, nur Thesen wie deutsche Atomkraftwerke werden nicht mehr benötigt; man müsse nur den Strom aus dem Ausland einkaufen.

Bekommt hier eigentlich noch irgendwer was mit? Wie wird denn der Strom im Ausland produziert? Richtig, durch Atomkraftwerke. Es gibt 58 Kraftwerke in Frankreich (davon einige auch im direkten Grenzgebiet zu Deutschland), Polen will erstmals eigene Reaktoren bauen und auch in vielen anderen unserer Nachbarländer sind Atomkraftwerke in Betrieb – und geschieht dort ein Unfall, hingen wir genauso mit drin.

Disclosure: Natürlich bin auch ich kein absoluter Anhänger der Atomenergie, solange eine für uns ungefährliche Endlagerung nicht geklärt ist. Und auch alte und risikobehaftete Reaktoren sollte man lieber heute als morgen abschalten. Dennoch sehe ich keinen Nutzen in Forderungen, von heute auf morgen komplett aus der Atomenergie auszusteigen, solange wir uns nicht mit den – unbedingt förderungswerten – erneuerbaren Energien selbstversorgen können. Es macht aber keinen Sinn, auf eigenen Atomstrom zu verzichten, wenn man Atomstrom aus dem Ausland einkauft (der dann vielleicht sogar aus unsichereren AKWs produziert wird, als es die deutschen eventuell sind).