Oh mein Gott, die Regierung hat einen Plan

Die Rheinische-Post berichtet heute, dass Merkel, Rösler und Seehofer bereits Vorkehrungen für den Rücktritt von Wulff getroffen hätten. Sie wollten einen Kandidaten präsentieren, den auch SPD und Grüne nicht würden ablehnen können. Und obwohl diese Meldung gleich von Vertretern aller Regierungsparteien als “blanker Unsinn” zurückgewiesen wurde, machen die Medien jetzt natürlich ein riesen Bohei daraus.

Und es zeigt sich wieder mal das schizophrene Verhalten der Medien, was diese Bundesregierung angeht. Ständig werfen sie ihr vor, planlos durch die Gegend zu irren und jetzt, wo sie eventuell mal einen Plan hätte… ist es auch wieder nicht Recht. Dabei sollte es doch selbstverständlich sein, dass eine Regierung für jeden Worst Case auch einen Plan hat, um schnellstmöglich wieder zur Normalität zurückkehren zu können.

Die Frage ist allerdings auch, wer sollte nach Wulff kommen. Gauck, den bereits vor anderthalb Jahren viele präferiert hatten, wird sich meiner Einschätzung nach wohl kaum noch ein Mal so vor den Karren spannen lassen. Ich glaube, er hatte damals schon genug vom politischen Schmierentheater, das um diese Bundespräsidentenwahl veranstaltet wurde.

Nichtsdestotrotz würde ich es natürlich begrüßen, wenn er noch mal antreten würde (egal ob nach einem vorzeitigen Rücktritt Wulffs oder in drei Jahren). Denn die Kandidaten, die die Rheinische Post in ihrem Artikel in Berufung auf “CDU-Kreise” ins Spiel bringt – Kathrin Göring-Eckardt oder Klaus Töpfer, klingen auch nicht sonderlich berauschend. Doch kann ich mir irgendwie auch nicht vorstellen, dass Angela Merkel, die schon beim letzten Mal so stark parteipolitisch entschieden hat, um sich (mutmaßlich) einen Konkurrenten vom Hals zu schaffen, aus der öffentlichen Meinung Lehren gezogen hat und das Amt in grüne Hände geben würde.

Aber vielleicht sind das sowieso unnötige Spekulationen, wenn nicht mal die Opposition Christian Wulff zum Rücktritt auffordern will, da “sie ihn ja nicht gewählt habe“. Das ist wohl die beste Begründung, die ich je gehört habe. Ich frage mich nur, wie so sie dann die Bundeskanzlerin des Öfteren zum Rücktritt auffordern. Die dürften sie wohl auch kaum gewählt haben, oder?

Die Digitale Revolution – aber bitte ohne Computer

Die Piraten-Partei. Angetreten als Partei der digitalen Revolution. Computer und Internet werden gemeinhin als ihre ständigen Begleiter gesehen. Augenscheinlich gilt es aber nicht für alle Piraten, denn Erich Romann weigert sich, einen Computer für seine Kreistagsarbeit zu benutzen:

Er wolle sich keinen Computer zulegen, weil er sonst den ganzen Tag davor sitzen, sein Pokerspiel online betreiben und dann gar nicht mehr rauskommen würde, begründet der 37-Jährige aus Handeloh seine Weigerung, den Laptop zu nutzen, den ihm der Landkreis für seine Arbeit stellt. Obendrein habe über das Internet auch der amerikanische Geheimdienst Zugriff auf alle Daten, sagt Romann. Er selbst nimmt zwischenzeitlich auch immer den Akku aus seinem Handy, weil er sonst immer und überall zu orten sei.

Wenn er wenigstens sagen würde, er wolle den Laptop nicht benutzen, weil es ein Windows-Rechner sei, könnte ich ihn ja noch verstehen. Aber so…

Update: Sein Piraten-Kreisverband scheint wohl von seinem Verhalten auch nicht sonderlich erbaut zu sein.

via Nico auf Facebook

Kann Christian Wulff noch Bundespräsident bleiben?

Alle hatten drauf gewartet, nun äußerte sich Christian Wulff gestern Abend ein zweites Mal zu den Vorwürfen. Viel neues hat er nicht erzählt, und ein bisschen hatte ich auch das Gefühl, dass er ein wenig versucht, sich rauszureden. Davon unabhängig hat er aber auch einige richtige Dinge gesagt.

Ob ein Bundespräsident oder ein Politiker im Allgemeinen keine Freunde mehr haben dürfte, beispielsweise. Auch, dass man mit einem solchen Schmierentheater die Bereitschaft der Bürger, sich in der Politik zu engagieren, schmälern würde. Da trifft allerdings nicht nur eine Seite die Schuld.

Denn was mich immer noch wundert: Warum er nicht gleich alle Fakten auf den Tisch gelegt hat, als der erste Bericht der Bild-Zeitung erschien? Spätestens seit der Causa Guttenberg sollte doch allen bewusst sein, dass es immer jemanden gibt, der noch ein wenig tiefer stochert und auch das letzte Detail in die Öffentlichkeit bringt.

Bleibt die eingangs gestellte Frage, ob Wulff weiterhin Bundespräsident bleiben kann. Eigentlich schon, er sollte aber nicht lange auf eine programmatische Offensive warten lassen – nur so kann er die Kritik an seiner Person wieder in den Hintergrund drängen. Ansonsten wird er wohl kaum eine Chance haben, sich viel länger an seinem Amt festzuklammern.

Bemerkenswert war übrigens auch der Kommentar einer Radio Hamburg-Hörerin heute Morgen. Ihretwegen könnte Wulff Präsident bleiben, es bestünde sowieso nur die Wahl zwischen Pest und Cholera, denn alle Politiker seien korrupt. Dazu fällt einem auch nicht mehr viel ein…

PS: Auf einen weiteren Wulff-Wortwitz habe ich für den Titel des Artikels absichtlich verzichtet.

Und wieder geht ein Jahr zu Ende

Nur noch wenige Stunden, dann geht mal wieder ein Jahr zu Ende. Laut (mit Böllern), lecker (mit Raclette) und feucht-fröhlich (mit dem, was der Spirituosen-Markt so hergibt) werden wir den Jahreswechsel wie immer feiern. Doch bis dahin bleiben noch ein paar ruhige Minuten, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen.

Es war ein spannendes Jahr mit vielen, meist positiven Veränderungen für mich. Begonnen als FSJler bei den Johannitern, durfte ich in der ersten Jahreshälfte Menschen mit und ohne Blaulicht (meist ohne) von A nach B kutschieren und konnte ihnen so hoffentlich ein bisschen helfen. Leider hat so ein Jahr auch mal ein Ende und wenn der ein oder andere Rettungswagen heute an mir vorbeifährt, werde ich doch ein bisschen wehmütig.

Doch hauptberuflich wollte ich den Job auch nicht unbedingt machen. Deshalb stand schon lange fest, dass die Suche nach einem Studienplatz 2011 oberste Priorität haben sollte. Nach einigen gescheiterten Anläufen verhalf mir schließlich mein kleines Blog zu einem Treffer und im August fing ich bei Scholz und Friends in Hamburg an. Das war der Beginn einer neuen, aufregenden Zeit, denn nicht nur die schöne (Groß-) Stadt Hamburg ist mein neuer Wohnsitz, sondern auch das beschauliche Mosbach. Hier versuchen mir seit Oktober mehrere Dozenten die Techniken der Onlinemedien nahezubringen (mit Erfolg denke ich). ;)

So ist seit dem Sommer alle zwei bis drei Monate ein kleinerer Umzug von Nöten, so auch morgen wieder, wenn es zurück in den Norden geht. Leider ist mit dem Studium die Beziehung zu meiner Freundin auch zu einer Fernbeziehung geworden. Die einzige, die sich darüber freut, ist wohl die Deutsche Bahn. Trotz allem kriegen wir das im Großen und Ganzen aber ganz ordentlich auf die Reihe – Whatsapp, Skype und FaceTime sei Dank.

So flogen die letzten Monate vorbei und irgendwie kommt es einem so vor, als sei das letzte Silvesterfest auch erst vor ein paar Wochen gewesen. Wahrscheinlich wird es auch im nächsten Jahr wieder so sein und mir bleibt kaum mehr übrig, als euch ein gutes neues Jahr zu wünschen, in dem alle eure Wünsche in Erfüllung gehen mögen.

Fröhliche Weihnachten

Als Kind konnte man Weihnachten kaum erwarten, heutzutage vergeht die Adventszeit viel zu schnell, um irgendwas weihnachtliches zu planen oder Geschenke zu kaufen geschweige denn in Weihnachtsstimmung zu kommen. Zumal, wenn man in den letzten beiden Wochen vor dem Fest der Feste noch so einiges auf der To-Do-Liste stehen hat.

Zum Glück ist alle abgearbeitet und Weihnachten ist auch schon fast wieder vorbei. Und trotzdem wünsche ich euch allen noch schöne Weihnachten und ein paar geruhsame Tage im Kreise eurer Liebsten.

Endlich mal ein sinnvolles Fahrradschloss

Dieses Fahrradschloss muss ich unbedingt haben:

gefunden bei bicyclestore.tumblr.com

Ich habe leider nicht gefunden, woher das Bild kommt, aber das wäre doch mal was für ein Kickstarter-Projekt. Kann da nicht mal jemand mit dem richtigen Know-how und technischem Geschick was draus machen? Das wäre echt mal praktisch…

(via biCyCle Store Paris)

Oh du fröhliche

Die nächsten beiden Wochen bis Weihnachten werden lustig. Ein Referat mit Ausarbeitung, zwei Klausuren, eine Prüfung, zwei Hausarbeiten und zwei Übungen fertigstellen. Wenigstens kann ich meine Weihnachtsgeschenke bei Amazon kaufen und der Stress, am 23. noch mal losziehen zu müssen entfällt. ;-)