Sie können das Internet nicht besiegen

Zwei Schlagzeilen der letzten Tage, die einiges an Furore gemacht haben. Und sie beweisen, dass die Medienbranche 1.0 bisher wirklich wenig verstanden hat.

Dass die Tagesschau-App das Böse in sich ist, war ja sowieso von vornherein klar. Leider stellt die ARD mit den Inhalten ihrer App aber das derzeit beste Nachrichten-Angebot für das iPhone bereit. Die Inhalte sind keine anderen als die, die auch auf der Tagesschau-Webseite zu finden sind. Finanziert wird das mit Geld das wir sowieso bezahlen, also steht uns auch ein gutes Angebot zu. (Ich will jetzt nicht schon wieder die GEZ-Debatte anfangen.)

Zeitungen können schon heute mit “News” keinen Topf mehr gewinnen. Dank Twitter und Facebook kann jeder der Welt in sekundenschnelle Neuigkeiten präsentieren. Zeitungen respektive ihre Redaktionen respektive ihre Journalisten haben noch den einzigen Vorteil, dass sie Hintergrundwissen vermitteln und die News einordnen können (sollten).

Kein Mensch braucht kopierte Agenturmeldungen, die er auf den Startseiten von hunderten Zeitungs-Webseiten eins zu eins findet. Guten Journalismus macht aus, dass er eine andere, unabhängige Sicht auf Informationen bietet.

Statt eigene gute Apps (meinetwegen auch Webapps) zu entwickeln, vor allem mit gutem Content zu füllen, versucht man lieber, bessere Angebote wegzuklagen.

Genauso die Angst der Fernsehsender vor Hybrid-TV. Gerätehersteller könnten sich in die Programmauswahl einmischen. Meine Güte, Kinners. Keiner will mehr Sendungen sehen, wann ihr wollt, dass er sie sieht. Da interessiert es herzlich wenig, ob die Gerätehersteller sich in eure Auswahl einmischen, letztlich wird nämlich der Zuschauer die Auswahl treffen.

Das alles ist nichts neues, die Frage ist nur, wann sich Verleger, Fernsehsender und alle anderen der Medienbranche 1.0, wieder besinnen und nicht mehr dem Wahn hinterher rennen, sie könnten das Internet irgendwann doch noch besiegen.