Native vs. Web

Man munkelt, Facebook will nun doch eine App für’s iPad veröffentlichen, sogar schon nächste Woche. Es könnte zwar sein, dass dabei dann doch nur eine Fotosharing-App herausspringt, aber das werden wir erst erfahren, wenn es soweit ist.

Nichtsdestotrotz, dass Facebook irgendeine App für das iPad (und eventuell auch für Android-Tablets) veröffentlichen wird, scheint ziemlich sicher. Dabei hatte Mark Zuckerberg vor gar nicht allzu langer Zeit gesagt, es werde keine iPad-App von Facebook geben.

Aber könnten sie nicht einfach eine optimierte Webseite machen? Die Zeit oder die Financial Times machen vor, wie es geht und dass es geht. Ganz zu schweigen von der genialen Umsetzung des aside Magazines.

Doch der Trend ist, nicht erst seit gestern, für alles eine eigene App zu erstellen. Auch ich bin exzessiver App-Besitzer (83 auf dem iPhone, 72 auf dem iPad – benutzt werden aber längst nicht immer alle). Auch wenn ich persönlich ziemlich auf die iOS-Schiene fixiert bin, als Unternehmen muss ich im Prinzip meine App für alle möglichen Plattformen entwickeln um die breite Masse anzusprechen. Android, iOS, Windows Phone 7, eventuell auch noch WebOS. Wäre es nicht wesentlich einfacher, die mobile Webseite einfach für Tablets anzupassen?

Ich bin zwar (noch) kein Entwickler, sehe aber aus meiner persönlichen Nutzung, gerade im Vergleich der Facebook iPhone-App und der Facebook Web-App, dass die native App schneller ist. Sie muss nicht jedes Mal das komplette Design nachladen, sondern das Grundgerüst steht bereits und nur noch neue Daten müssen auf das Smartphone übertragen werden. Auch scheint die Bedienung einer nativen App meist besser, da sich die Entwickler wirklich auf das Endgerät einstellen können.

Den allergrößten Pluspunkt für native Apps sind aber sicherlich die App Stores. Nie war es so einfach, Anwendungen zu finden. Und umgekehrt war es für die Publisher noch nie so einfach, gefunden zu werden. Gleichzeitig bekommt man bei Bedarf ein nettes Bezahlmodell mitgeliefert.

Auf der anderen Seite muss man sich als Entwickler auch bewusst sein, ob man sich durch die recht rigiden Appstore-Betreiber (vor allem Apple) einschränken lassen möchte. Und – auch wenn ich diese Gefahr für die nächsten zwei bis drei Jahre noch nicht sehe – will man sich wirklich auf iOS oder Android als Betriebssystem für seine Anwendung festlegen. Sollte die Marktbedeutung doch noch mal wieder abnehmen, ist die ganze schöne App für die Katz.

Ich bin gespannt, wie sich die App-Entwicklung in der nächsten Zeit gestaltet. Was glaubt ihr – werden wir weiterhin viele native Apps sehen oder erleben die Web-Apps ihr Revival?

3 Gedanken zu „Native vs. Web

  1. Matthias

    Ich denke Web-Apps sollten dort verwendet werden wo sie Sinn machen. z.B. Bei Magazinen, Zeitungen,… Man darf ja auch nicht vergessen, dass eine Web-App auch Offline-Speicherplatz nutzen darf.

    Was eine Facebook-App für das iPad betrifft bin ich skeptisch: Die Webseite ist vom iPad ja auch gut zu erreichen und über die App liefert Facebook (zumindest bisher über das iPhone) keine Werbebanner aus. Wenn die Seite über das iPad auch zu benutzen ist, wieso sollte man dann eine App bauen und sich Einnahmen entgehen lassen?

  2. Pingback: Sie können das Internet nicht besiegen | GedankenMaschine

  3. Robert

    Ist schon richtig, was du schreibst, aber ich glaube dennoch, dass die Zukunft in den mobilen Web Apps liegt. Durch die sich ständig weiterentwickelte Technologie und die neuen Standards nähern sich Web Apps den nativen Apps immer weiter an und drängen sie zunehmen din den HIntergrund.
    Natürlich kommt es auch immer darauf auf, für was man eine App entwicklen will und welche Funktionen mit eingebunden werden sollen oder nicht.
    INteressante und erfolgreich umgesetzte Beispiele mobiler Web Apps stelle ich auf meinem Blog vor: http://marketing-apps.blog.de/

    Viele Grüße, Robert

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