Die ideologie-versaute Atomdebatte

Die Bundesregierung hat ja bei mehreren Instituten Dossiers in Auftrag gegeben, wie unsere Energieversorgung in der Zukunft aussehen könnte. Viel ist aus diesen Papieren noch nicht an die Öffentlichkeit gelangt, nur Thesen wie deutsche Atomkraftwerke werden nicht mehr benötigt; man müsse nur den Strom aus dem Ausland einkaufen.

Bekommt hier eigentlich noch irgendwer was mit? Wie wird denn der Strom im Ausland produziert? Richtig, durch Atomkraftwerke. Es gibt 58 Kraftwerke in Frankreich (davon einige auch im direkten Grenzgebiet zu Deutschland), Polen will erstmals eigene Reaktoren bauen und auch in vielen anderen unserer Nachbarländer sind Atomkraftwerke in Betrieb – und geschieht dort ein Unfall, hingen wir genauso mit drin.

Disclosure: Natürlich bin auch ich kein absoluter Anhänger der Atomenergie, solange eine für uns ungefährliche Endlagerung nicht geklärt ist. Und auch alte und risikobehaftete Reaktoren sollte man lieber heute als morgen abschalten. Dennoch sehe ich keinen Nutzen in Forderungen, von heute auf morgen komplett aus der Atomenergie auszusteigen, solange wir uns nicht mit den – unbedingt förderungswerten – erneuerbaren Energien selbstversorgen können. Es macht aber keinen Sinn, auf eigenen Atomstrom zu verzichten, wenn man Atomstrom aus dem Ausland einkauft (der dann vielleicht sogar aus unsichereren AKWs produziert wird, als es die deutschen eventuell sind).

s

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.

*


More in Politik
Geschmacklos oder “widerwärtig”?

Während man sich hierzulande noch darüber aufregt, dass man in "Killerspielen" auch die Seite der Bösen übernehmen kann, planen die...

Close