Sinken die Mehrheitschancen für Schwarz-Gelb?

Seit den Landtagswahlen am vergangenen Sonntag sinken die Mehrheitschancen von Schwarz-Gelb.

Mit diesen Worten schließt Fritz Goergen seinen Artikel über den Bundestagswahlkampf und die Chancen der FDP. Irgendwie kann ich das aber nicht so stehen lassen.

Bei zwei von drei Wahlen reicht es nicht für eine schwarz-gelbe Koalition. Das sind Thüringen und das Saarland. Beides ohnehin keine wirklich konservativen Länder und dort wurde in der Landespolitik vieles verbaselt. Im Saarland bin ich mir ziemlich sicher, dass dort vor allem die Bildungspolitik eine große Rolle gespielt hat. In jedem Fall hat es aber in beiden Ländern mit den Spitzenkandidaten zu tun gehabt, im Saarland Oskar Lafontaine und in Thüringen Dieter Althaus.

Im dritten Land, Sachsen, kommt aber vermutlich eine Koalition aus CDU und FDP zustande – zumindest rechnerisch würde es reichen.

Dennoch sind es aber weiterhin nur zwei Länder – von 16. Selbst in Nordrhein-Westfalen haben FDP und CDU bei den Kommunalwahlen, bei denen auch viele kleine Lokalparteien antreten, noch die Mehrheit bekommen. Und zudem wollen 62 Prozent der Bürger einen Regierungswechsel, 53 Prozent wollen die FDP im Kabinett. Das sollte wohl schon für eine Mehrheit im Bundestag reichen.

5 Gedanken zu „Sinken die Mehrheitschancen für Schwarz-Gelb?“

  1. Westerwelle hat aber nicht die Persönlichkeit eines Erich Mende, der 1961 dieses Traumergebnis einfuhr!

    1. Ich muss gestehen, ich kenne Erich Mende nicht – er lebte deutlich vor meiner (politisch aktiven) Zeit. Dennoch denke ich, dass auch Westerwelle eine starke Persönlichkeit hat, die er durchaus auch rüberbringen kann, nicht zuletzt durch seine rhetorischen Fähigkeiten.

  2. Du hast einen wesentlichen Faktor in Deiner Einschätzung (bewusst?) ignoriert: wo die Wahlbeteiligung gering ist, reicht’s für Schwarz-Gelb. Den Teil der Goergen-Analyse hast Du gekonnt ignoriert. Ebenso seine Einschätzung der strukturellen linken Mehrheit in Deutschland.

    Schwarz-Gelb hofft also auf eine geringe Wahlbeteiligung. Deshalb führt Merkel auch einen Schlafwagen-Wahlkampf. Demokratie wird so ad absurdum geführt.

  3. Dass es eine linke Mehrheit gibt, glaube ich kaum. Wie gesagt, das waren nur ein zwei Länder. Von 16. Und ich glaube nicht, dass man davon auf Gesamtdeutschland schließen kann.

    Ebenso glaube ich auch nicht daran, dass Merkel auf eine geringe Wahlbeteiligung hofft. Aber vielleicht bin ich da auch ein bisschen naiv. ;)

  4. Wahlbeteiligung:
    Thüringen: 56,2%
    Sachsen: 52,2%
    Saarland: 68%

    Momentan geben bei Umfragen ein Drittel an, sie seien unentschlossen, ob sie wählen gehen. Aus Erfahrung weiß man: gerade SPD-Anhänger entscheiden sich sehr spät, ob sie wählen gehen sollen. Wenn sie wählen, dann wählen sie SPD, aber nicht FDP oder CDU. Schwarz-Gelb hat sein Maximal-Potenzial erreicht – wenn die FDP stärker wird, dann auf Kosten der CDU.

    Nur eine geringe Wahlbeteiligung ermöglicht einen schwarz-gelben Wahlsieg. Davon bin ich überzeugt. Am 27. September sind wir klüger.

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