Zurzeit feiert die North Atlantic Treaty Organization oder kurz NATO ihren 60. Geburtstag. Damals war sie gegründet worden, um “die Amerikaner in Europa drin, die Russen draußen und die Deutschen klein zu halten” (so umfasste laut Claus Kleber mal ein “bärbeißiger britischer Diplomat” die Aufgaben der NATO zu ihrer Gründungszeit). Heute sind die Aufgaben etwas anders ausgerichtet, aber nachwievor braucht man einen Generalsekretär.
Nun endet bald die Amtszeit des aktuellen Generalsekretärs, Jaap de Hoop Scheffer, und man muss einen neuen finden. Theoretisch gibt es mit dem dänischen Ministerpräsidenten Anders Rasmussen sogar schon ein Freiwilligen, der auch von ganz Gallien allen Staaten unterstützt wird. Ganz Gallien? Alle Staaten? Nein, ein kleines Volk im Südosten sperrt sich dagegen.
Die Türkei, sprich ihr Ministerpräsident Erdogan, weigert sich, Rasmussen ihre Zustimmung zu geben. Nun könnte man davon ausgehen, dass es ihr gutes Recht ist, dagegen zu stimmen. Doch die Begründung die man dafür abgibt, ist mal wieder super: Man beschwert sich über die Existenz eines kurdischen Fernsehsenders in Dänemark und über die Reaktion der dänischen Regierung auf die Mohammed-Karikaturen. Nun könnte sich der geneigte Leser fragen? Gibt es schon wieder einen neuen Skandal um Karikaturen? Aber nein, es dreht sich immer noch um die Zeichnungen von 2005, also von vor vier Jahren.
Das klingt irgendwie nach einem Streit à la “Du hast mir mein Schäufelchen weggenommen, also rede ich jetzt nicht mehr mit dir”. Zum Glück haben wir keine anderen Probleme…
