An diesem Wochenende findet in Gummersbach an der Theodor-Heuss-Akademie das Seminar “Internet in der politischen Kommunikation und Wahlauseinandersetzung” statt und ich gehöre zu einem der 20 Teilnehmer. Ziel der Veranstaltung ist es, herauszufinden, welche Chancen für den Wahlkampf sich durch das Internet ergeben. Das interessiert mich natürlich nicht nur aus Sicht des Parteimitglieds, das sich um die Webseite des Ortsverbands kümmert, sondern auch aus Sicht des Internetnutzers. Ich erhoffe mir dadurch auch mehr darüber zu erfahren, wie weniger webaffine Politiker das Internet für ihre Zwecke begreifen.
Gestern Abend begann das Seminar mit der ersten Session zum Thema “Blogs und Youtube als Graswurzeln des Politischen Web 2.0″. Ähnlich wie die Übersetzung von ‘grassroot’ zu ‘Graswurzel’ war auch diese Session ziemlich überflüssig. Markus Seifert präsentierte Ergebnisse aus seiner Studie, die maß, ob und wie sich Personen im Internet politisch engagieren. Leider konzentrieren sich die Untersuchungen nur auf die “aktive” Nutzung von Web 2.0-Anwendungen, also ob man Videos hochlädt, einen Blog betreibt oder ähnliches. Laut der Studie beträgt diese Gruppe gerade mal 1 Prozent der aktiven Nutzer; allerdings stellte sich auch in der anschließenden Diskussion die Frage, ob man nicht aktiv sei, wenn man beispielsweise Kommentare schreibt?
Ebenso wurden die passiven Nutzer völlig ausgeblendet, die aber einen hohen Anteil haben dürften. Und gerade das wäre als Grundlage für die weiteren Seminare sehr sinnvoll gewesen, denn so hätte man anhand von konkreten Zahlen erarbeiten können, wie man diese Gruppe mit seinem Internetauftritt besser erreicht. Aber eventuell erfahren wir darüber nachher etwas in der Session “Netizens – Zielgruppenanalyse von Online-Kampagnen” von Oliver Stirböck. Dennoch muss ich Seiferts Vortrag zu gute halten, dass sie zu einer guten Diskussion der Teilnehmer führte.
Nun muss ich mich aber beeilen, sonst bekomme ich nichts mehr zum Frühstück.

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